Am Anfang war das Wort – zur historischen Entwicklung des modernen Marketing (2): Direktmarketing

Ausgangspunkt der wachsenden Bedeutung des Direktmarketing – heute einer der bedeutendsten Kommunikationswege zur Verbreitung von Werbebotschaften überhaupt – war die zunehmende Verbreitung von Schreibmaschinen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die dazu führte, dass eine Vielzahl von Unternehmen ihre Angebote auf dem Postweg vertrieben.

Gleichzeitig entstand eine Vielzahl von Adressverlagen, die erkannt hatten, dass eine direkte Ansprache der in Frage kommenden In teressenten nur über einen selektierten Adressdatensatz möglich ist. Adresshändler ganz im modernen Sinne gab es schon seit den 1880er Jahren. So bestand beispielsweise die Möglichkeit, Adressensätze der Bewohner einer Stadt oder der Beamten des Landes zu erwerben.

Einen weiteren Entwicklungsschub erhielt das Direktmarketing in Deutschland durch die Eröffnung verschiedener Versandhäuser zu Beginn des 20.]ahrhunderts. Der Quelle-Versand wurde beispielsweise im Verlauf der ersten Gründungswelle im ]ahre 1927 eröffnet, während der Otto-Versand und Neckermann in den Jahren 1949 bzw. 1950 nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurden. Im Zuge des Wachstums der Versandhäuser in den 1950er ]ahren verfeinerten auch die Adressenverlage ihre Selektionsverfahren, wodurch das Direktmarketing für eine immer größere Zahl von Unternehmen zu einem interessanten Kommunikationsmittel wurde. Obwohl das Internet bei Kundenmailings eine immer größere Rolle spielt, haben Werbebriefe als Direktmarketing-Maßnahmen nicht an Bedeutung verloren.

Alle Teile der Serie zur historischen Entwicklung des modernen Marketing:

  1. Mediawerbung
  2. Direktmarketing
  3. Sponsoring
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