Lebenshaltungskosten, mal real gesehen

Deutschland ist ja, spätestens seit der Wiedervereinigung, das Land der Jammerer und Schwarzseher. “Früher war alles besser” ist eine populäre Feststellung – und billiger war es sowieso, früher hat man für jeden x-beliebigen Gegenstand noch so viel in D-Mark bezahlt wie er heute in Euro kostet. In einem aufschlussreichen Beitrag räumt die FAZ jetzt mit diesem Irrglauben auf.

In dem Beitrag werden die Kosten für Dienstleistungen und Konsumgüter daran gemessen, wie viel Arbeitszeit ein durchschnittlicher Angestellter aufbringen muss, um das entsprechende Produkt zu erwerben – das Ganze in drei Vergleichswerten über 50 Jahre hinweg (1960, 1991 und 2012). Dabei wird deutlich dass viele Produkte im Verhältnis zum Durchschnittsverdienst innerhalb dieses Zeitraums deutlich günstiger geworden sind. Am auffälligsten wird dies z. B. beim Vergleichswert “Fernseher”. Musste man 1960 noch rund 2 Monate arbeiten, um “in die Röhre schauen” zu können, waren es 1991 nur noch 10 und 2012 nur noch 4 Tage – weniger als ein Zehntel des Werts von 1960. Und, a propo Energiewende und “ach, wir müssen alle so viel mehr für Strom bezahlen”: Energie kostet nur noch etwa ein Drittel an Arbeitszeit im Vergleich zu 1960.

Interessant ist aber auch, dass die Kosten für einen Kinobesuch seit 1991 nahezu gleich geblieben sind (dank der Einführung neuer Kinoformate wie 3-D oder Live-Events mit erhöhten Eintrittspreisen konnte die Kinoindustrie den Umsatz stabil halten). Weitere Beispiele finden sich in der Bildergalerie des FAZ-Artikels – eine, die mal wirklich Spaß und Erkenntnis bringend ist.

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