iTunes down: Interessante Entwicklung am Download-Markt

mp3_sales_down_2013_0Wenig überrascht die Meldung, dass die Bedeutung von Musik auf physischen Datenträgern für die Entertainment-Industrie auch im Jahr 2013 weiter gefallen ist. So ist der Absatz von Musik-CDs auf dem amerikanischen Markt um 14,5 Prozent gefallen und hat nun noch einen Anteil von 57,2 Prozent (gegenüber 40,6 Prozent online vertriebene Alben). Das eigentlich Interessante an der von billboard.com veröffentlichten Jahresbilanz liegt aber in einem anderen Aspekt.

Die Anzahl verkaufter Songs, die zum kostenpflichtigen Download angeboten werden, ist nämlich um 5,4 Prozent gesunken. Dies ist der erste Rückgang in diesem Segment seit dem Start des marktführenden Download-Portals iTunes von Apple im Jahr 2003.

Zurückgeführt wird diese Entwicklung auf den Erfolg der wachsenden Streaming-Portale wie Spotify oder Pandora. Deren Geschäftsmodell unterscheidet sich grundlegend von dem von Apple, da es sich um werbe- oder abofinanzierte Dienste handelt. Bemerkenswert ist das auch deswegen, weil der als Visionär verehrte Apple-Boss Steve Jobs genau solche Dienste beim Launch von iTunes noch als nicht zukunftsfähig, da nicht den Kundenwünschen entsprechend bezeichnet hatte (Jobs’ Auslassungen können hier im Video nachvollzogen werden).

Damit stellt sich einmal mehr die Frage nach der von seinen Verehrern wahrgenommenen Unfehlbarkeit des “iGenius” und der tatsächlichen Nachhaltigkeit seiner Geschäftsideen. Die Nachfrage auf dem Massenmarkt orientiert sich an Vorlieben, die sich bei der Mehrzahl an Nutzern durchsetzen – und diese Vorlieben können  sich oftmals unvorhergesehenerweise drehen – ganz ohne Rücksicht auf Marktforschungsunternehmen oder den “gut instinct” von Medienmanagern drehen. Einstmals gloabal führende Internetunternehmen wie AOL können ein Lied davon singen.

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