Werbe-Fundstück: Famous Photos Reimagined as Selfies

Manchmal versöhnt mich eine echte Perle der Werbekommunikation mit der ansonsten in der Branche allüberall vorherrschenden Wüstenei aus einfallslosen Platitüten. In diesem Fall musste ich allerdings bis nach Südafrika gehen, um einen solchen Lichtblick zu finden. Die internationale Werbeagentur Lowe hat für die Tageszeitung Cape Times eine Kampagne entwickelt, in der weltberühmte Pressefotografien so manipuliert werden, dass sie wie jene Selbstportraits aussehen, die man heutzutage so gerne als Schnappschüsse per Handy macht.

Die historische Tragweite der Bilder und die Bedeutungsschwere, die duch die mit ihnen verbundenen weltgeschichtlichen Ereignisse entsteht, wird auf diese Weise gekonnt konterkariert und gleichzeitig die Schnelllebigkeit der modernen Kommunikationsgesellschaft ironisert. Wenn sich etwa Winston Churchill mit der obligatorischen Zigarre scheinbar selbst fotografiert oder Jaqueline Kennedy nebst Ehemann aus der Präsidentenlimousine ins Handy-Objektiv lächelt, sind das grandiose Momente der zeitgeschichtlichen Persiflage.

Weitere Fotos dieser Kampagne gibt es hier.

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