Prezi – praktische Helferlein im sozialen Netz (6)

Blicken wir den Tatsachen ins Auge: Bei Präsentationen – ganz gleich, ob im beruflichen oder privaten Kontext – get es immer auch um Eycandy – darum, den eigentlichen Inhalt und damit den Zuhörer einzubetten in weiche kuschelige Kissen visueller Effekte. Am besten gelingt das, wenn diese Effekte nicht um ihrer selbst willen eingesetzt werden, sondern die unhaltliche Aussage unterstützen und Zusammenhänge verdeutlichen.

Powerpoint ist das verbreitetste, aber für diesen Zweck nicht das geeignetste Tool. Mit prezi.com lassen sich online sehr schnell Präsentationen erstellen und, als Web-Präsentation oder live vor Ort, vorführen. Das Besondere dabei ist: Man erstellt nicht, wie in Powerpoint, einzelne Slides, die linear abgespult werden, sondern man kann eine gesamte Präsentation in einer einzigen Infografik unterbringen, um die Zusammenhänge, z. B. in Form einer Mindmap darzustellen. Die Strukturierung erfolgt dann durch frei definierbare Schwenks und Zooms auf einzelne Bestandteile dieser Infografik, die dann nacheinander bildschirmfüllend vergrößert werden, so dass man die Text- und Bildbestandteile wie ein einzelnes Slide betrachten kann. Die Erstellung einer solchen Präsentation ist denkbar intuitiv und leicht zu erlernen. Als zusätzliches Feature gibt es Gruppen-Bearbeitungsfunktionen, so dass man per Internet auch gemeinsam an einer Präsentation arbeiten kann.

Das Prinzip wird in diesem kurzen Video erläutert:

Erfunden wurde Prezi interessanterweise nicht von einem Software-Entwickler, sondern von einem ungarischen Architekten, der in den gängigen Präsentations-Programmen keine Möglichkeit fand, den Grundriss eines Hauses mal als Ganzes zu zeigen und mal auf einzelne Zimmer zoomen zu können, um diese hervorzuheben, ohne ihre Position im Gesamtbauplan auszublenden. So programmierte er einen solchen Editor einfach selbst, zunächst nur für den Eigengebrauch. Ein Professor der Universität Budapest wurde auf die Software aufmerksam und überzeugte ihren Erfinder, daraus einen allgemein zugänglichen Editor zu machen, der heute kommerziell vermarktet wird.

Hier gibt es eine Beispielpräsentation:

Es handelt sich bei prezi.com um einen Cloud-Service, der zunächst kostenlos nutzbar ist. In dieser Lizenz wird in alle sebst erstellten Präsentationen im Footer ein prezi-Logo eingeprägt, zudem sind die Präsentationen aber für alle prezi-User öffentlich sichtbar – für berufliche Präsentationen denkbar ungeeignet. Das Geschäftsmodell sieht also eine kostenpflichtige Premium-Variante vor, die ab 59 $ pro Jahr verfügbar ist (mit 500 MB Webspeicher statt der mageren 100 in der Basisversion). Will man die Software auch offline nutzen, benötigt man eine Desktop-Lizenz für 159 $ pro Jahr (inklusive 2 GB Webspeicher). Lediglich Studenten und Hochschullehrer dürfen nicht-öffentliche und nicht prezi-gebrandete Präsentationen erstellen und erhalten die Desktop-Lizenz für 59 $.

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