Remember the Milk – praktische Helferlein im sozialen Netz (4)

Ein Klassiker ist bereits das 2005 erschienene Tool “Remember the Milk“, das den Nutzer zuverlässig an anstehende Aufgaben erinnert – eben zum Beispiel an das Einkaufen frischer Milch. Es gibt viele elektronische To-Do-Listen, aber dieses Programm ist von den mir bekannten das für seinen Zweck am besten umgesetzte. Haupt-Pluspunkt: Es funktioniert sowohl online als auch ohne Internetverbindung (für die Offline-Nutzung ist das Browser-Plugin Google Gears erforderlich) und sowohl in einem Internetbrowser als auch über eine App auf dem Smartphone. Es ist also sichergestellt, dass man seine Aufgaben jederzeit griffbereit hat und editieren kann. Auch eine Synchronisation der Aufgaben mit Kalendersoftware (Outlook, Google Calendar) ist möglich, ebenso eine Integration in alle gängigen Instant-Mesaging-Dienste.

Über Listen kann man die Aufgaben in selbstgewählte Kategorien gliedern (z.. B. “Beruf”, “Familie”, Hobby”), das Anlegen einer Aufgabe könnte einfacher nicht sein (einfach in eine Zeile eintippen und Enter drücken), anschließend können Fälligkeitsdatum, Priorität, eine Zeitschätzung sowie freie Notizen zu jeder Aufgabe gespeichert werden. Von treuen Nutzern seit Jahren gefordert, aber von den australischen Entwicklern immer noch nicht umgesetzt, ist ein Kalender-Picker, mit dem man das Fälligkeitsdatum bei Bedarf aus einem kleinen Kalender-Popup auswählen kann, anstatt es manuell einzutippen (eigentlich ein selbstverständliches und ohne Aufwand zu implementierendes Feature, unverständlich, warum eine solche Kleinigkeit so konsequent nicht umgesetzt wird). Unerledigte Aufgaben, deren Fälligkeitsdatum man verstreichen lässt, verschwinden nicht etwa wie bei einer rein chronologischen Kalenderansicht aus dem Blickfeld, sondern werden unerbittlich rot markiert jeden folgenden Tag wieder angezeigt, bis man sie (hoffentlich guten Gewissens) auf den Status “erledigt” stellt.

Besonders praktisch wiederum ist die flächendeckende Unterstützung von Tastatur-Shortcuts, so lässt sich wirklich jede Funktion der Software mit nur einem Tastendruck ansteuern. Man merkt dem Programm an, dass es quasi von Nerds geschrieben wurde, unterstützt es doch genau die Funktionen, die man sich als Vielnutzer immer wünscht. Die 12 an der Entwicklung beteiligten Mitarbeiter müssen auch Einiges an Idealismus in die Arbeit an der Software investieren, denn allzu viel Geld kann dabei eigentlich nicht rumkommen: Weder findet eine Werbevermarktung statt, noch gibt es Nutzungs- oder Lizenzgebühren – außer, man möchte seine iPhone-App in Echtzeit mit online eingegebenen Aufgaben synchronisieren (geht in der Standarversion nur einmal alle 24 Stunden), dann muss man ein Abo abschließen (2,39 € pro Monat oder 19,99 € pro Jahr) – wenn man mit vielen unterschiedlichen Endgeräten auf seine Aufgabenliste zugreifen will, ist die Echtzeit-Synchronisierung allerdings eigentlich unentbehrlich, sonst ärgert man sich schwarz, wenn unterwegs immer wieder Aufgaben fehlen, die man vorhin noch im Büro eingegeben hatte.

In vollem Funktionsumfang kann die Software aber enorm zu einer Produktivitätssteigerung beitragen, da man immer im Überblick hat, was in verschiedenen Bereichen noch zu erledigen ist.

Trotz alledem ist die Nutzungsgebühr natürlich ein eher lästiges Feature. Kennt jemand kostenfreie Alternativen, die den gleichen Funktionsumfang bieten?

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Eine Antwort auf Remember the Milk – praktische Helferlein im sozialen Netz (4)

  1. Jürgen sagt:

    In Kombination mit dem LeechBlock Plugin von Firefox unschlagbar: LeechBlock ist bei mir so konfiguriert, dass ich bei den typischen “Zeitdiebe-Websites” (XING, haha, nein!) auf meine RTM Todo-Liste geleitet werde.

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