Kommt es oder kommt es nicht? Markteintrittsbarrieren für das deutsche “Hulu”

Nach langem Zögern gibt es seitens eines der großen amerikanischen Videoportale nun offenbar doch Pläne, endlich auch nach Deutschland zu expandieren. Hulu ist eine der größten Plattformen für die Online-Vermarktung von TV- und Filminhalten  – nun soll es also auch bald eine deutsche Version davon geben. Dabei stößt der Anbieter aber auf Schwierigkeiten.

Im April diesen Jahres hatte ich über die vom Bundeskartellamt ausgebremste Streaming-Plattform der privaten Fernsehsender und die Antwort der Öffentlich-Rechtlichen (“Online-Videothek mit Qualitätsinhalten aus 60 Jahren deutscher Fernsehgeschichte”) berichtet. Beide Angebote sind nach wie vor weit davon entfernt, an den Start gehen zu können – aus lizenzrechtlichen Gründen. Gerade in Deutschland – dem Land, in dem auch der großflächige E-Book-Vertrieb bislang noch am Festhalten der Verlage an traditionellen Distributionswegen scheitert – tun sich die Rechteinhaber offenbar besonders schwer, im Medium Internet weniger ein Risiko für das bestehende Kerngeschäft als die Chance für neue Geschäfts- und Erlösmodelle zu sehen. Aus diesem Grund wird auch Hulu in Deutschland nur mit einem deutlich abgespeckten Portfolio an Inhalten starten. Wieder einmal ein Beispiel, wie ein komplexes Marktgefüge dazu führt, dass Produkte völlig am Bedarf des Kunden vorbei entwickelt werden müssen.

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