E-Book vs. das gedruckte Buch: Kollateralschäden im Krieg der Formate

Eigentlich gibt es für mich keinen vernünftigen Grund mehr, Bücher noch in Papierform zu kaufen. In der Wohnung stehen sie die meiste Zeit über nur als Staubfänger herum, wenn man sie unterwegs spontan mal nutzen möchte, hat man sie im Zweifel gerade nicht zur Hand, und beim Umzug schleppt man sie kistenweise von A nach B.

Trotz alledem bin ich bisher noch kein regelmäßiger Käufer von E-Books geworden. Woran das liegt? Ich habe, was meine Nutzung von mobilen Endgeräten angeht, immer auf das “Ein-Gerät-Prinzip” vertraut. Meint: Wenn ich schon elektronischen Krimskrams den ganzen Tag mit mir herumschleppe, dann bitte maximal ein Gerät, das dann möglichst alles kann: Als die MP3-Player herauskamen, habe ich mir keinen zulegen wollen, obwohl es sehr nützliche Geräte mit sicher hervorragender Klangqualität gab; das gleiche mit Digitalkameras: Warum sollte ich mir dazu ein weiteres Gerät zulegen, wenn mein Smartphone alle diese Funktionen schon in sich vereint? Das gleiche wiederholt sich nun mit E-Book-Readern.

Amazon Kinlde

Der Amazon Kindle - der wohl beste E-Book-Reader am Markt. (Quelle: www.amazon.de)

Es gibt sicher hervorragende Geräte dafür, mit denen man, wie etwa im Falle des Amazon Kindle, auch auf ein breites Spektrum an Literatur zurückgreifen kann – aber ich habe schlicht keine Lust, ein solches zusätzliches Gerät immer mitführen zu müssen. Zumal mein iPhone doch auch E-Books darstellen kann. Leider ist aber das inhaltliche Angebot im iBookStore, zumal das deutschsprachige, bisher für meine Zwecke noch viel zu eingeschränkt, so dass ich am Ende doch wieder nicht das Buch, das ich gerade haben möchte, in der elektronischen Form bekommen kann, die ich gerne hätte. Klassischer Fall von Formatkrieg. Und ich bin in diesem Fall der Kollateralschaden. Hmpf.

Wie denkt ihr, liebe Leser, dazu? Mögt ihr E-Books lieber als gedruckte Bücher? Und wenn ja, welche Ausprägung von E-Books nutzt ihr?

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3 Antworten auf E-Book vs. das gedruckte Buch: Kollateralschäden im Krieg der Formate

  1. Wenn ich im Zug bin, dann höre ich gerne Vorträge mit meinem i-river, ein Minigerät vergleichbar einem Feuerzeug. Damit habe ich a) Keine Umgebungsgeräusche b) kein Problem mit dem Halten und Kontrast des Buchs c) super Vorträge von US Universitäten manche auch von Deutschen. Audiobücher sind dagegen ein Desaster.
    Dito im Auto.
    Bleibt der Arbeitsplatz zuhause, da lese ich manchmal am Bildschirm, komplexe Sachen drucke ich aus, lesen und danach ab in die Papiertonne. Ökobilanz sicher besser als beim Kindle.

    • Mit dem i-river wärs bei mir wohl ähnlich wie bei den E-Book-Readern: Halt ein zusätzliches Stück Elektronik-Equipment, das zwar klein und handlich ist – aber trotzdem immer in der Hosentasche oder sonstwo rumfährt und dadurch einen gewissen Lästigkeitsfaktor mit sich bringt.

      Warum sind Hörbücher im Vergleich zu Vorträgen ein Desaster?

  2. Iris sagt:

    Ein Gerät, das alles kann? Ja, das hätte ich auch gerne. Leider können die Geräte zwar schon alles, aber an der Qualität mangelt es oft (ein iPhone kann keine Spiegelreflexkamera ersetzen, usw.).
    Ich hab mir ein iPad zugelegt, das jetzt als mobiler Arbeitsplatz und als E-Reader zugleich dient. Und das möchte ich nicht mehr missen. Seit ich dieses Gerät besitze, kaufe ich zu 98% nur noch Ebooks (die restlichen 2% sind Bücher, die es im Ebook-Format noch nicht gibt). Der Grund dafür ist einfach zu erklären: Um Lagerplätze brauche ich mir als Vielleser keine Sorgen mehr machen, was jetzt so langsam wirklich zum Problem geworden ist; die Onleihe funktioniert super (ich wohne in einem Gebiet, in dem man keinen Wert auf Bibliotheken legt und so kann ich sogar aus der 300km entfernten Stadt Wien E-Books entlehnen); als Computerjunkie sind meine Augen sowieso an die Bildschirmarbeit gewöhnt – ich lese auf dem Bildschirm schneller als auf gedruckten Papier.
    Also ich liebe E-Books, auch wenn ich bei der Einführung dieses Formats sehr, sehr skeptisch war und um das gedruckte Buch kämpfen wollte- mittlerweile genieße ich die Vorteile.
    Einzige Nachteile, die ich sehe: E-Books lassen sich nicht verleihen, man kann seinen Adobe-Account auf nur fünf Geräten aktivieren (was jetzt bei mir ausreichend ist, aber manche haben ja mehr als zwei Geräte); die Preise sind noch nicht angemessen (manche E-Books kosten mehr als der Taschenbuchpreis!).
    Den iBookStore finde ich persönlich armselig (noch)- da bestelle ich lieber die Bücher bei Libri & Co und lese sie mit dem Bluefire-Reader (gibt es auch für das iPhone und der kommt mit DRM wunderbar klar). LG Iris

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