Love – ein Scifi-Drama der alternativen Art

Love Filmplakat

Das Filmplakat von "Love"

Unter dem Titel Love wird am 2. Februar im Rahmen des Santa Barbara Film Festivals ein Sciencefiction-Film uraufgeführt, dessen jetzt veröffentlichter Trailer durchaus neugierig macht. Es handelt sich um ein Filmprojekt der alternativen Rockband “Angels&Airwaves” (gegründet von Tom DeLonge, bis 2005 noch Mitglied der bekannten Punk-Gruppe “Blink 182″). Unter dem Titel Love publizierte die Band bereits Mitte letzten Jahres ein Album – zeitgemäß als Download- das innerhalb von nur 48 Stunden rund 500.000 mal runtergeladen wurde (kostenlos vermarktet via Myspace). Angels&Airwaves gehört zu jenen neuen Bands, die ausschließlich durch Online-Plattformen wie Itunes und Myspace bekannt geworden sind (ihr zweites Album, I-Empire, erreichte Platz 1 in den ITunes-Album-Charts).

Ähnlich unabhängig, nämlich ohne Unterstützung eines Major Labels, produzierte die Gruppe auch ihr nächstes Projekt, das von Anfang an medienübergreifend auf zwei Alben und einen Film angelegt war. Der Film ist dabei auf den ersten Blick vergleichbar mit dem beeindruckenden Regiedebut Moon, bei dem ein allein auf einer Mondstation zurückgelassener Astronaut die Wahrheit über seine eigene Existenz herausfindet. Auch bei Love handelt es sich um ein Erstlingswerk – für die Regie heuerte die Band William Eubank an, der als Kameramann von diversen Kurzfilmen bisher eher so eine Art Filmemacher-Praktikum absolviert hatte – und auch hier geht es um eine Art Selbstfindungs-Trip eines Astronauten, der als Ein-Mann-Besetzung eine Raumstation bewirtschaftet. Von seiner sicheren Beobachtungswarte aus muss er die Zerstörung der Erde beobachten und nun, als verlassenstes Wesen der Zivilisationsgeschichte, versuchen, nicht wahnsinnig zu werden, um zu überleben.

Ein existenzielles Drama, das mehr als genug Anküpfungspunkte für interessante psychologische Studien bietet. Der Trailer stimmt auf jeden Fall erwartungsfroh – es ist eine kuriose Mischung aus sehr realitätsnahen Aufnahmen der Internationalen Raumstation und episch wirkenden Schlachtengemälden, die bis in die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs zurückweisen und die durch Zeitlupeneffekte einen tableauartigen Charakter erhalten. Die surreal-halluzinative Wirkung der Bilder wird noch verstärkt durch die minimalistisch-repititive Musik im Stile von Philip Glass, die abweicht von dem eher konventionellen Alternative-Pop der Alben, wie er noch in dem bereits 2010 veröffentlichten ersten Trailer zu hören war (und der über die verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen noch mehr auszusagen scheint als der aktuelle Trailer).

Mal sehen, ob der Film, der nach seiner Erstaufführung in den USA direkt auf Video erscheint, in Deutschland einen Verleih für Kino oder Video finden wird, so dass man sich noch selbst davon überzeugen kann, ob es sich dabei letztlich um eine nachdenkenswerte Reflexion oder doch eher um pseudo-transzendenten Blödsinn handelt.

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