“Wetten dass…?” – ein Unfall und seine medialen Folgen

Ja, ich oute mich an dieser Stelle als traditioneller Fan von Wetten, dass..?. Diese Show gehört irgendwie seit meiner Kindheit zum festen Repertoire meines Medienkonsums und dient gleichsam als letzter verbliebener Fixstern aus einer Zeit, in der man samstagabends im Familienkreise noch dem einen – und einzigen – Fernsehereignis des öffentlich-rechtlichen Unterhaltungsmonopols fröhnte.

Ausgerechnet am letzten Samstag schalteten wir, glühweinerwärmt vom Weihnachtsmarkt zurückkehrend, erst etwa 20 Minuten nach Beginn der Sendung zu – und prompt hatten wir ein Ereignis verpasst, das für das erfolgreichste deutsche Unterhaltungsformat der Nachkriegszeit möglicherweise prägende Folgen haben könnte: Ich wunderte mich schon, als statt Thomas Gottschalk und der angekündigten Promis von Robbie Williams bis Justin Bieber minutenlang nur schweigend in Richtung Bühne starrendes Saalpublikum zu sehen war. Als aus dem Hintergrund dann Regieanweisungen zu hören waren, nach denen Gottschalk die Sendung umgehend zu unterbrechen habe, schwante mir, dass offenbar etwas außergewöhnliches passiert war: Beim Versuch, fünf entgegenkommende Autos per Salto-Überschlag zu überspringen, hatte sich ein Kandidat schwer verletzt.

Interessanter als das Ereignis selbst – das persönliche Risiko der Kandidaten ist bei den in der Sendung vollführten Stunts immer einzukalkulieren und  naturgemäß Teil des Nervenkitzels – ist der Umgang der Live-Regie des ZDF mit dieser Ausnahmesituation sowie die unmittelbare Aufbereitung des Dramas in den Nachrichtenmedien. Ich habe mir dazu in diesem Knol-Artikel ein paar Gedanken gemacht. Eine interessante medienethische Bewertung findet sich auch in Thomas Knüwers Blog.

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