Neue Iphone-App: Ein Bild sagt mehr als alles Tippen?

Eine neue Iphone-App soll lästige Tipparbeit beim Schreiben von SMS auf dem Iphone ersetzen und gleichzeitig als sprachübergreifendes Kommunikationsinstrument dienen. “Lookji” stellt den Versuch dar,  die wichtigsten Kommunikationsvorgänge des Alltags mit einem Satz von 300 Bildchen (in der kostenfplichtigen Version immerhin 800 Stück) zu bewältigen.

Dabei werden möglichst aussagekräftige Piktogramme in eine basal-syntaktische Reihenfolge gebracht, um auf diese Weise einen rein visuellen Satz zu bilden, der – dank Bildsprache – international verständlich sein soll.

Symbolsprache in Lokji

Essensverabredung mal anders

Der Satz “Um 12 Uhr gehe ich essen, kommst du mit?” ist nebenstehend in seiner Lookji-Repräsentation dargestellt.

Sprachwissenschaftler wie der Leipziger Uniprofessor Gereon Müller decken sofort die Grenzen dieser Kommunikationsweise auf: Schon eine Differenzierung nach Zeitformen (Vergangenheit, Gegenwart, Futur I, II) ist schwierig und grammatische Unterscheidungen wie Konjunktiv – Indikativ oder Konstruktionen mit Relativsätzen oder Substantivgruppen lassen sich mit der Applikation gar nicht abbilden. Zudem läuft der Anwender stets Gefahr, mit seinen Bildchen von Empfängern in anderen Kulturräumen völlig missverstanden zu werden. So könnte die Umsetzung für das Personalpronomen “Du” – eine Person, die mit dem Zeigefinger in Richtung des Betrachters deutet – etwa im indischen Sprachraum aufgrund kulturraumspezifischer Konnotationen negativ aufgefasst werden. Doch auch dafür ist bereits Abhilfe vorgesehen: Die Piktogramme sollen künftig von der Community weiterentwickelt werden, indem die Nutzer eigene Vorschläge für neue Wort-/Bild-Repräsentationen hochladen.

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Eine Antwort auf Neue Iphone-App: Ein Bild sagt mehr als alles Tippen?

  1. Sascha sagt:

    Komme nicht mehr auf den Namen, aber im Herbst machte ein ähnliches Ding mit dem Anspruch, kulturübergreifende Symbole zu benutzen, die Runde. Hat mich an die Diskussion erinnert, wie wir heute gefährliche Orte, z. B. Atommüllendlager, kennzeichnen, damit in 10k Jahren niemand auf dumme Ideen kommt.

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