Kinojahr 2010: Durchwachsene Umsatzbilanz trotz Rekord-Blockbuster

Filmplakat Avatar

Blockbuster (nicht nur) des Jahres 2010: Avatar

Obwohl in diesem Jahr mit dem James-Cameron-Blockbuster Avatar der erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten allein in Deutschland die märchenhafte Summe von 114 Mio. Euro einspielte, verzeichnet die Branche im Jahresdurchschnitt ein Umsatzminus von 4 Prozent gegenüber 2009. Bei der Zuschauerzahl ist der Rückgang mit 17 Prozent sogar noch deutlich drastischer. Dieser schlug nur wegen dem 3-D-Hype und den dadurch gestiegenen Ticketpreisen nicht voll auf den Umsatz durch. Neben einem Sondereffekt im Sommer 2010 – die Fußball-WM hielt das potenzielle Kino-Publikum vielfach vor dem Fernseher oder beim Public Viewing fest – sind die gewandelten Freizeitgewohnheiten sicher ein Hauptgrund für diese Entwicklung; ins Kino geht man vor allem dann, wenn es ein richtiges Event zu werden verspricht (was den Erfolg der 3-D-Filme erklärt), ansonsten gibt es genügend konkurrierende Konsumangebote im Bereich der Unterhaltungselektronik, die den Kinobesuch ersetzen können.

Friendship Filmplakat

Hoffnungsträger des deutschen Films: "Friendship" mit Matthias Schweighöfer und 1,5 Mio. Zuschauern

In dieser Situation wird die Abhängigkeit von einzelnen Erfolgsproduktionen immer stärker. Mehr als ein Siebtel des insgesamt eingespielten Umsatzes von 800 Mio. Euro ging auf das Konto eines einzigen Films – eben Avatar; jeder zehnte der insgesamt 115 Mio. Kinobesucher entschied sich für die blauen Indianer Pandoras. Den 2. Platz der Jahresrangliste hatte nach nur vier Wochen Spielzeit bereits Harry Potter und die Heiligtümer des Todes I erobert – allerdings mit weitem Abstand (4,5 Mio. Euro Besucher). Auf Platz 3 folgt der Leonardo-Di-Caprio-Überraschungserfolg Inception (3,4 Mio.).

Dieser Beitrag wurde unter Film, Filmindustrie abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.