Deutschland sucht die Super-Hochschule

Hochschul-Rankings sind ja immer so eine Sache: Wie aussagekräftig sind die Kriterien, wie wurde die befragte Stichprobe selektiert, wie sahen die Rahmenbedingungen der Befragung aus? All das sind Aspekte, die man bei der Bewertung und Einordnung solcher Evaluierungen immer im Hinterkopf behalten sollte. Nun ist aber mit dem “CHE Hochschulranking 2010/11″ eine Studie erschienen, die zumindest hinsichtlich der Auswertungsmöglichkeiten differenziertere Abfragemechanismen zulässt als in den sonst üblichen Ranglisten dieser Art. Dadurch lassen sich zahlreiche zusätzliche Schlussfolgerungen ziehen, was die Ergebnisse unmittelbar aufwertet.

In Kooperation mit der Wochenzeitung “Die Zeit” wurde ein web-basiertes, geführtes Abfragesystem entwickelt, das zum Ziel hat, Studieninteressierte zu den nach ihren Kriterien am besten geeigneten Hochschulen zu leiten. Hierzu wählt man das gewünschte Studienfach und den angestrebten Abschluss aus und entscheidet sich für das Kriterium, das einem bei der Hochschulauswahl am wichtigsten ist (z. B. Ausstattung, Berufsbezug, Forschung).

CHE-Ranking in 3D

Dreidimensionale Ansicht des CHE-Rankings

Es öffnet sich in einem Popup eine dreidimensionale Visualisierung, in der die nach dieser Rangordnung im jeweiligen Fachbereich am besten Bewerteten Hochschulen im Zentrum stehen (siehe Abbildung). Wie in Google Maps kann man in diese Ansicht nach Belieben herein- und herauszoomen, um die Zahl der Hochschulen einzugrenzen. Etwas schade an dieser Umsetzung ist, dass die Namen der Hochschulen erst beim Drüberfahren mit der Maus erscheinen, was die Übersichtlichkeit der Darstellung nicht gerade erleichtert.

Wer daher die gute alte tabellarische Darstellung bevorzugt, erhält auch dafür eine sinnvolle Auswahl an Abfrage- und Sortiermechanismen, nach denen man sich ein relevanteres Bild von der qualitativen Ausstattung der Hochschulen machen kann als in eindimensionalen Rankings.

CHE-Ranking Tabelle

Rangfolge medienwissenschaftlicher Studiengänge nach Praxisbezug

So kann der User frei entscheiden, nach welchen Bewertungskriterien er die Hochschulen auflisten lassen möchte. So ergeben sich ein jeweils sehr unterschiedliches Bild deutscher Hochschulen. Beispiel Medien- und Kommunikationswissenschaft: Nach Praxisbezug bilden die bayerischen Unis Augsburg und Bayreuth sowie die UdK Berlin die Sptzengruppe. Fragt man dagegen nach der Forschungsreputation, rücken plötzlich ostdeutsche Unis an die Spitze (Erfurt, Leipzig; gefolgt von der Uni Mainz). Mit dem Sortieroption “Studiensituation insgesamt” erhält man einen Überblick, welche Hochschulen über die verschiedenen Bewertungskriterien hinweg insgesamt am besten abgeschnitten haben.

Also endlich mal eine sinnvolle und bei der Suche nach dem geeigneten Studienort konkreten Nutzwert  bietende Anwendung zur Auswertung solcher Ranking-Daten, die der “Zeit”-Verlag da gebaut hat. Leider stammen viele der eingebundenen Daten noch aus dem Jahr 2008, so dass sich kein ganz aktuelles Bild ergibt – daraus wird deutlich, dass eine solche Anwendung nur dann dauerhaft nützlich ist, wenn sie stetig aktualisiert wird.

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