Home of the World’s Most Undiscovered Artists

Heute bin ich beim Surfen duch die unendlichen Weiten des Social Web auf eine Plattform gestoßen, die sich der Vernetzung haupterwerblicher Künstler widmet. PutItOn.com ist eine Art Facebook dere Künstlerszene. Für das persönliche  Profil der Mitglieder bietet der Dienst 1 Gigabyte Webspeicherplatz an, den man für das Streamen von Videos, Audios oder sonstigen künstlerisch relevanten Multimedia-Materialien nutzen kann. Da sich das Portal explizit an professionelle Künstler richtet, versteht es sich auch als E-Commerce-Plattform, auf der die Mitglieder ihre Werke direkt vertreiben können. Bis auf Weiteres ist die Nutzung des Dienstes kostenlos und auch noch ohne Transaktionsprovision bei der Nutzung als Webshop (was ja in vielen Geschäftsmodellen nach dem Aufbau einer signifikanten Community durch kostenfreie Angebote die ersten Gebühren sind, die erhoben werden).

Startseite von PutItOn.com

Teilnehmer können sich in den vier Kategorien bildende Kunst, Musik, Mode und Film präsentieren. Wenn man sich einige der dort eingestellten Profile näher ansieht, erhält man einige Hinweise darauf, warum es sich um “unentdeckte Künstler” handelt – und was dazu verführt, den Claim des Portals, “Home of the World’s Undiscovered Artists” wie im Titel dieses Postings zu persiflieren. In der Kunst-Sektion finden sich etwa Schmuckstücke in einem Design fern aller gemeintauglichen Geschmackskriteren. Auch in der Rubrik “Film” wird man den nächsten Stanley Kubrick wohl nicht auf Anhieb entdecken können, denn zu finden sind vor allem ambitioniert gemachte und zumeist gut gemeinte Amateurvideos wie etwa der als nettes Familienfilmchen daherkommende Umweltaufruf Reducing Our Environmental Footprint.

Um das Niveau etwas zu heben, veranstaltet PutItOn zwischen dem 2. und 16. Februar 2011 gemeinsam mit der New York Film Academy ein “Online Film Festival”. Wettbewerbebeiträge können seit dem 22. November direkt per Video-Upload eingereicht werden. Der Gewinner erhält von der renommierten Filmhochschule ein Stipendium und ein Budget von 5.000 $ für Projekte während seines Aufenthaltes in New York. Die bisher eingereichten Beiträge sind formal-gestalterisch und schauspielerisch tatsächlich auf einem anderen Level als das Gros der Mitgliederbeiträge: Durchaus anspruchsvoll, wenn auch – wie so oft bei Kunstfilmen – leicht geschmäcklerisch, wie etwa dieser Beitrag aus der Ukraine, der ganz in der schwarzweißen Ästhetik des Stummfilmexpressionismus gehalten ist. Wer sich berufen fühlt (und Lust hat auf ein Jahr im “Big Apple”) möge sich versuchen…

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